Systematische Ideensuche

Der 11. NEW.S-Branchentag stand ganz unter dem Motto "Erfolgsfaktor Innovation" und eröffnete der Ernährungswirtschaft neue Perspektiven für erfolgreiche Innovationen.
Rund 120 Führungskräfte und Betriebsräte der Ernährungswirtschaft NRW nutzten am 28. Oktober in der Dortmunder Zeche Zollern die Gelegenheit, mit Hilfe von hochkarätigen „Ideen-Experten“ ihr kreatives Potenzial zu erschließen.


"Vier von fünf Produkten sind MeToos"


|
so konstatiert Trendscout Karin Tischer, Geschäftsführerin food&more, Kaarst. Nach ihrer Markterhebung fallen derzeit lediglich drei bis vier Prozent der neu eingeführten Produkte in die Kategorie Innovation während rund zehn Prozent als Line Extension im Markt positioniert werden. Der größte Teil der Neueinführungen sind Nachahmerprodukte.
Auf rund zwei Millionen Euro beziffert Tischer die Höhe der Fehlinvestitionen im Bereich Produkteinführungen pro Unternehmen. „Auf einen Top kommen drei Flops“, rechnet die professionelle Ideen-Finderin vor. Obwohl echte Innovationen am Markt etwa fünf Mal erfolgreicher sind als MeToos, verhindern innerbetriebliche Hürden oftmals die gezielte Ideenfindung.
„Die Unternehmen müssen mehr Aspekte bei der Produktentwicklung berücksichtigen, um einen Treffer zu landen“, ermutigt Tischer die Zuhörer zu mehr Teamwork, um das Ideenpotenzial besser auszuschöpfen. Dabei könne die Integration externer Partner die internen Hürden überwinden und zwischen den verschiedenen Abteilungen vermitteln.
Die eigene Betriebsblindheit, unklare oder zu starre Strukturen sowie eine unsaubere Marktanalyse blockieren aus ihrer Erfahrung die kreativen Prozesse in den Unternehmen. In Zeiten mit hohem Preisdruck und schnellen Marktverschiebungen sichere nur die Innovation den Wettbewerbsvorsprung einer Marke.

Shakespeare goes Business

Was Shakespeare mit moderner Unternehmensführung zu tun hat, erläutert IAK-Trainerin Raphaela Dell. Nach der Devise „Shakespeare goes Business“ stellt Dell inspirierende Parallelen zwischen der Shakespeare-Figur Heinrich V. und heutigen Führungskräften her.
Am Beispiel der Heldenreise des englischen Königs nach Frankreich beleuchtet sie den täglichen Umgang mit Risiken und Herausforderungen. In fünf Stufen dokumentiert Dell dabei, welche Entscheidungsprozesse ablaufen. Von der Zielsetzung über das Sondieren der Ressourcen, der Motivation der Mitstreiter bis zum strategischen Rückzug und der erfolgreichen Durchsetzung eines Projektes bietet sie den Zuhörern reichlich Material zum Nachdenken.
Ihr Fazit über alle zeitlichen Epochen hinweg: „Führungskräfte wachsen mit ihren Herausforderungen.“


"Wer etwas verändern will, muss aus gewohnten Denkmustern ausbrechen"


|
 Die einzelnen Workshops werden vorgstellt.
|
Doch die strukturierte Ideenfindung fällt Unternehmen nicht immer leicht. „Innovationen werden durch gewohnte Denkmuster blockiert. Fest gelegte Denkstrukturen helfen zwar bei der Bewältigung des Alltags, verhindern aber neue Ideen. Wer etwas verändern möchte, muss aus gewohnten Denkmustern ausbrechen“, sagt Kai Ortmann, Trainer des Institutes für Angewandte Kreativität (IAK).
Auswege aus der Denkblockade bietet Ortmann mit der Osborn-Checkliste als eine der effektivsten Kreativmethoden. Durch eine gezielte Strukturierung des Denkprozesses eröffnet sie völlig neue Perspektiven für bestehende Aufgabenstellungen. Die Liste fokussiert auf konkrete Veränderungsansätze für eine Idee oder Strategie. Was kann ersetzt, vergrößert, vertauscht, umstrukturiert, übertragen oder kombiniert werden? Dabei spielt die Umsetzbarkeit zunächst keine Rolle, die neuen Denkanstösse werden zusammengetragen ohne sie zu bewerten.

Bilder vom Branchentag 2008




|  | 
|
 Dr. Fix (Geschäftsführer des AEN) begrüßt die Anwesenden
|



|  | 
|
 |

|  | 
|
 Willkommen im Foyer/ Auditorium/ Raphaella Dell
|


